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Ratgeber

Gewerbeflächen für Selbständige & Freelancer in der Schweiz

Gewerbeflächen für Selbständige & Freelancer: Home Office vs. externes Büro, steuerliche Aspekte, Infrastruktur-Sharing und praktische Tipps für die richtige Wahl deiner Arbeitsfläche.

Verfasst von
Marc Schwery
Veröffentlicht am
27. April 2026

Als Selbständiger oder Freelancer stehst du vor der wichtigen Entscheidung: Home Office oder externe Gewerbefläche? Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Während das Home Office Flexibilität und Kostenersparnis bietet, punkten externe Büros mit Professionalität und klarer Trennung von Privat- und Berufsleben. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte wie steuerliche Abzugsmöglichkeiten, Infrastruktur-Sharing-Modelle und hilft dir, die optimale Lösung für deine berufliche Situation zu finden.


Die Wahl der richtigen Arbeitsfläche ist für Selbständige und Freelancer eine strategische Entscheidung, die dein Business nachhaltig beeinflussen kann. Ob du von zu Hause aus arbeitest, ein eigenes Büro mietest oder auf flexible Coworking-Lösungen setzt – jede Option bringt spezifische Vorteile und Herausforderungen mit sich. In der Schweiz gibt es dabei einige rechtliche und steuerliche Besonderheiten zu beachten, die deine Wahl massgeblich beeinflussen können.


Gerade in der Anfangsphase der Selbständigkeit ist die Kostenkontrolle entscheidend. Gleichzeitig möchtest du professionell auftreten und produktiv arbeiten können. Die moderne Arbeitswelt bietet mittlerweile zahlreiche Lösungen, die sich an die individuellen Bedürfnisse von Freelancern und kleinen Unternehmen anpassen lassen.



Home Office vs. externes Büro: Was passt zu dir?

Die Entscheidung zwischen Home Office und externem Büro hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beide Arbeitsformen haben ihre Berechtigung und eignen sich für unterschiedliche Geschäftsmodelle und Persönlichkeitstypen.


Das Home Office bietet maximale Flexibilität und spart Mietkosten sowie Pendelzeit. Für viele Freelancer, insbesondere in kreativen oder IT-Berufen, ist es die erste Wahl. Du kannst deine Arbeitszeiten frei gestalten und hast alle persönlichen Annehmlichkeiten direkt zur Hand. Allerdings erfordert das Home Office ein hohes Mass an Selbstdisziplin und eine klare Abgrenzung zwischen Privat- und Berufsleben. Nicht jeder kann sich zu Hause gleich gut konzentrieren, und die soziale Isolation kann auf Dauer belastend werden.


Ein externes Büro hingegen schafft professionelle Rahmenbedingungen. Du hast eine offizielle Geschäftsadresse, die du auf Visitenkarten und Webseite angeben kannst. Die räumliche Trennung hilft vielen, produktiver zu arbeiten und nach Feierabend wirklich abzuschalten. Zudem ermöglicht ein externes Büro den Empfang von Kunden und schafft Raum für Wachstum, wenn du später Mitarbeitende einstellen möchtest. Der Nachteil liegt natürlich in den zusätzlichen Kosten: Neben dem Mietzins kommen Nebenkosten, gegebenenfalls Einrichtungskosten und der Zeitaufwand für den Arbeitsweg hinzu.


Für viele Selbständige ist auch eine Mischform interessant. Du kannst beispielsweise einen Teil der Woche im Home Office arbeiten und für Kundentermine oder konzentrierte Arbeitsphasen ein Coworking-Space oder Büro auf Stundenbasis nutzen. Diese hybride Lösung kombiniert die Vorteile beider Welten und bietet maximale Flexibilität.



Steuerliche Aspekte bei Gewerbeflächen

Die steuerliche Behandlung deiner Arbeitsfläche ist ein wichtiger Faktor, der die Wirtschaftlichkeit deiner Entscheidung massgeblich beeinflusst. In der Schweiz gelten dabei spezifische Regelungen, die du kennen solltest.


Wenn du ein externes Büro oder eine Gewerbefläche mietest, kannst du den gesamten Mietzins sowie die damit verbundenen Nebenkosten akonto als Geschäftsaufwand von deinem steuerbaren Einkommen abziehen. Dies umfasst auch Ausgaben für Strom, Heizung, Internet und weitere betriebsnotwendige Infrastruktur. Die vollständige Absetzbarkeit macht externe Büros aus steuerlicher Sicht attraktiv.


Beim Home Office gestaltet sich die Situation komplexer. Grundsätzlich kannst du einen Anteil deiner Wohnkosten als Geschäftsaufwand geltend machen, sofern du einen klar abgegrenzten Raum ausschliesslich geschäftlich nutzt. Die Steuerbehörden sind hier jedoch streng: Das Arbeitszimmer muss vom übrigen Wohnbereich getrennt sein und darf nicht als Durchgangszimmer oder für private Zwecke genutzt werden. Der absetzbare Anteil wird typischerweise nach dem Verhältnis der Raumfläche zur Gesamtwohnfläche berechnet.


Wichtig zu wissen ist, dass die Praxis je nach Kanton variieren kann. Einige Kantone haben eigene Richtlinien oder Pauschalen für die Anerkennung von Home-Office-Kosten. Es empfiehlt sich daher, frühzeitig mit einem Treuhänder oder Steuerberater zu klären, welche Abzüge in deiner spezifischen Situation möglich sind. Eine saubere Dokumentation mit separaten Rechnungen und nachvollziehbarer Flächenaufteilung ist dabei unerlässlich.


Bei der Mehrwertsteuer (MWST) gelten ebenfalls Besonderheiten: Während gewerbliche Mieten grundsätzlich mehrwertsteuerpflichtig sind, kann der Vermieter unter bestimmten Umständen auf die Option zur Versteuerung verzichten. Als Selbständiger mit MWST-Pflicht kannst du die bezahlte Vorsteuer auf deinen Mietkosten geltend machen, was einen zusätzlichen finanziellen Vorteil darstellt.



Infrastruktur-Sharing: Gemeinsam nutzen, Kosten sparen

Infrastruktur-Sharing hat sich in den letzten Jahren zu einer attraktiven Alternative zum klassischen Einzelbüro entwickelt. Besonders Coworking-Spaces und Shared Offices bieten Selbständigen und Freelancern ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.


In einem Coworking-Space teilst du dir die Räumlichkeiten mit anderen Selbständigen und kleinen Unternehmen. Das bedeutet, dass Infrastrukturkosten wie Internet, Drucker, Sitzungszimmer, Küche und Empfangsbereich gemeinsam getragen werden. Du zahlst typischerweise eine monatliche Mitgliedschaft oder buchst flexibel nach Bedarf. Die Kostenersparnis gegenüber einem eigenen Büro ist erheblich, da du nur für die tatsächliche Nutzung bezahlst und keine langfristigen Verpflichtungen eingehst.


Ein grosser Vorteil von Coworking-Spaces ist das Netzwerk. Du triffst auf Gleichgesinnte aus verschiedenen Branchen, was zu wertvollen Kontakten, Kooperationen und neuen Geschäftsmöglichkeiten führen kann. Viele Coworking-Anbieter organisieren zudem regelmässig Networking-Events, Workshops und Vorträge, die deine fachliche und persönliche Weiterentwicklung fördern.


Für Freelancer, die gelegentlich repräsentative Räumlichkeiten für Kundentermine benötigen, bieten viele Coworking-Spaces zusätzlich die Möglichkeit, Sitzungszimmer stundenweise zu buchen. Du musst also nicht in ein eigenes Büro investieren, kannst aber dennoch professionell auftreten, wenn es darauf ankommt.


Eine weitere Form des Infrastruktur-Sharings sind Bürogemeinschaften, bei denen sich mehrere Selbständige eine feste Fläche teilen. Dies funktioniert besonders gut, wenn die Beteiligten sich ergänzen – beispielsweise ein Grafiker, ein Texter und ein Webentwickler, die gegenseitig von den Kompetenzen profitieren und sich Aufträge zuspielen können. Bei dieser Variante sind klare Vereinbarungen wichtig: Wer zahlt welchen Anteil? Wie werden gemeinsame Kosten aufgeteilt? Wie sind die Nutzungszeiten geregelt?


In der Schweiz gibt es in allen grösseren Städten etablierte Coworking-Anbieter, aber auch in kleineren Ortschaften entstehen zunehmend flexible Arbeitsflächen. Die Preise variieren je nach Standort und Ausstattung, sind aber meist transparent und beinhalten alle wesentlichen Nebenkosten.



Welche Gewerbefläche passt zu deinem Business?

Die Wahl der passenden Gewerbefläche hängt stark von deiner Branche, deinem Geschäftsmodell und deinen individuellen Bedürfnissen ab. Es lohnt sich, die verschiedenen Optionen genau zu prüfen.


Für wen eignet sich das Home Office?

Das Home Office ist ideal für dich, wenn du primär digital arbeitest und wenig Kundenkontakt vor Ort hast. Besonders geeignet ist es für Programmierer, Grafiker, Texter, Übersetzer, Berater oder Online-Marketing-Spezialisten. Wenn du selbstdiszipliniert bist und klare Strukturen schaffen kannst, sparst du mit dem Home Office erhebliche Kosten. Achte jedoch darauf, dass du über einen geeigneten, ruhigen Arbeitsplatz verfügst und deine Wohnsituation ein konzentriertes Arbeiten ermöglicht.


Wann lohnt sich ein eigenes Büro?

Ein eigenes Büro macht Sinn, wenn du regelmässig Kunden empfängst, Mitarbeitende beschäftigst oder beschäftigen möchtest, oder spezielle Infrastruktur benötigst. Auch wenn deine Tätigkeit eine offizielle Geschäftsadresse erfordert – beispielsweise als Rechtsanwalt, Architekt oder Unternehmensberater – ist ein externes Büro oft unverzichtbar. Kalkuliere dabei nicht nur die Miete, sondern auch Einrichtung, Nebenkosten und Versicherungen ein.


Coworking als flexible Lösung

Coworking eignet sich hervorragend für Selbständige in der Startphase, die flexibel bleiben möchten, oder für Freelancer, die Abwechslung und Austausch suchen. Auch wenn du nur zeitweise ein professionelles Umfeld benötigst oder verschiedene Standorte nutzen möchtest, ist Coworking die optimale Wahl. Die Community und die Infrastruktur sind oft erstklassig, und du kannst kurzfristig auf veränderte Bedürfnisse reagieren.


Unabhängig von der gewählten Lösung solltest du immer deine mittel- bis langfristige Geschäftsentwicklung im Blick haben. Eine Gewerbefläche, die heute perfekt passt, kann in zwei Jahren zu klein oder zu teuer sein. Flexibilität in den Mietverträgen ist daher ein wichtiges Kriterium – insbesondere bei fest angemieteten Büros.



Fazit: Die richtige Gewerbefläche für deinen Erfolg

Die Wahl der passenden Gewerbefläche ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Selbständige und Freelancer. Es gibt keine pauschale Lösung, die für alle gleichermassen funktioniert. Vielmehr musst du deine individuelle Situation, dein Geschäftsmodell, deine finanziellen Möglichkeiten und deine Arbeitsweise berücksichtigen.


Das Home Office bietet maximale Kosteneffizienz und Flexibilität, verlangt aber Disziplin und eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatem. Ein eigenes Büro schafft Professionalität und Struktur, erfordert jedoch höhere Investitionen und langfristige Bindung. Coworking und Infrastruktur-Sharing kombinieren die Vorteile beider Welten und bieten zusätzlich wertvolle Netzwerkmöglichkeiten.


Aus steuerlicher Sicht sind externe Büros meist einfacher abzurechnen, aber auch beim Home Office gibt es Abzugsmöglichkeiten, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Kläre diese Aspekte frühzeitig mit einem Fachspezialisten, um steuerliche Vorteile optimal zu nutzen.


Letztendlich sollte deine Arbeitsfläche dazu beitragen, dass du produktiv, motiviert und erfolgreich arbeiten kannst. Nimm dir Zeit für diese Entscheidung und scheue dich nicht, verschiedene Optionen auszuprobieren. Viele Coworking-Spaces bieten Probetage an, und auch bei der Bürosuche lohnt es sich, mehrere Objekte zu besichtigen, bevor du dich festlegst.


Auf Plattformen wie maison.work findest du eine grosse Auswahl an Gewerbeflächen in der ganzen Schweiz – von klassischen Büros über Coworking-Spaces bis hin zu spezialisierten Flächen für unterschiedliche Branchen. So kannst du bequem vergleichen und die ideale Lösung für deine Selbständigkeit finden.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Steuerliche Regelungen können sich ändern und variieren je nach Kanton und individueller Situation. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Treuhänder, Steuerberater oder die zuständige Steuerbehörde.